Der nächste (heiße) Sommer kommt garantiert!

Es ist allzu menschlich, in schwierigen Zeiten sich auf das aktuelle Problem zu konzentrieren und und zuvor drängende Probleme an den Rand zu schieben. Doch egal wie lange es dauern wird, den Corona-Virus „besiegt“ zu haben, so wird auch das Jahr 2020 eines der wärmsten Jahre sein werden. Die damit einhergehenden Folgeerscheinungen wie Dürren, Hitzetote, Wasserknappheit werden auch dieses Jahr die Schlagzeilen beherrschen.

Der britische Klimaforscher Ed Hawkins veröffentlicht seit mehreren Jahre eine ebenso einfache wie anschauliche Grafik zur Erderhitzung. „Warming stripes“ hatte er sie getauft. Hawkins hatte darin die Temperaturwerte der zurückliegenden Jahrzehnte in farbige Striche umgewandelt, jedes Jahr färbte er – je nach Temperaturabweichung vom Durchschnittswert – von dunkelblau (sehr kühl) über hellblau und hellrot bis dunkelrot (sehr heiß). Auf einen Blick und auch für jeden Laien erschließt sich so, dass die Häufigkeit warmer und heißer Jahre zuletzt außergewöhnlich stark zugenommen hat.

Temperaturabweichungen vom Durchschnittwert im Zeitraum von 1978 bis 2018
Quelle: Copernicus – https://cds.climate.copernicus.eu/#!/home

Die Grafik stellt die sogenannten „Warming stripes“ für Westhausen dar. Kaum zu übersehen, dass die vergangenen Jahre deutlich über dem Durchschnittswert liegt. Es liegt an uns, diese Entwicklung zu verlangsamen, wenn nicht auszuhalten.

Westhausen soll aufblühen

Blühwiesen zeichnen sich durch verschiedene Eigenschaften. Sie bieten Lebensraum für Insekten und Tiere an, bieten optisch eine Abwechslung zu einer Grasfläche an. Zudem ist die Pflege einer Blühwiese überschaubar bzw. mit weniger Aufwand verbunden, als wenn man die Grünfläche 2-3x im Jahr mähen müsste.

Wir von den Freien Grünen Westhausen möchten öffentliche Grünflächen in Blühwiesen umgestalten. Der Kern des Konzepts besteht darin, dass die Gemeinde Westhausen Geräte (Bodenfräse), Blumensamen und Substrat zur Verfügung stellt. Wir stellen die notwendige „Arbeitskraft“ sowie das Wissen zum Anlegen einer Blühwiese.

In Westhausen haben wir 4 Standorte ausgemacht, die aus unserer Sicht ideal für eine Blühwiese wären:

Einfahrt nach Westhausen aus Aalen kommend
Einfahrt nach Reichenbach, von der B29 kommend
Grünfläche am Bahnhof in Westhausen
Einfahrt nach Westhausen vom Freibad kommend

Der erste Kontakt mit der Gemeinde war sehr vielversprechend. Um diese nachhaltige und verantwortungsvolle Aufgabe meistern zu können, brauchen wir weitere Mitstreiter. Haben Sie Interesse mitzumachen? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf! freiegruenewesthausen@web.de

Wir freuen uns auf Sie!

Pressemitteilung – B29 Ausbau neu

In der Augsburger Allgemeinen meldet der CSU Abgeordnete Ulrich Lange, dass das Bundesverkehrsministerium die B29 neu in das neue Investitionsprogramm (IRP) für die Jahre 2019 bis 2023 eingestuft haben soll. Dies sei für Ihn eine klare Finanzierungszusage. Dies beinhalte auch, dass die Planung bis 2023 abgeschlossen sein sollte, um innerhalb von fünf Jahre mit dem Bau beginnenzu können.

Die Freie Grüne Liste im Gemeinderat und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger von Westhausen stehen dieser Entscheidung sehr skeptisch gegenüber. Mit dem Ausbau der B29 soll der tägliche Stau bei Westhausen beseitigt und die B29 insgesamt für den Personen- aber v.a. den Warenverkehr zwischen den Wirtschaftsmetropolen Stuttgart und denen in Bayern verbessert werden. Bereits der bisherige Ausbau der B29 hat für Westhausen starke Verkehrszunahmen bewirkt – besonders beim Schwerverkehr.

Peter Kuch: „Mit Öffnung des Einhorntunnels in GD (Okt.2013) stieg der Schwerverkehr ab 2014 bei Baiershofen um 39,7% und bei Westhausen, Reichenbach und Westerhofen um 28,4% (Quelle: Straßenverkehrszentrale BW). Diesen Trend wird jeder weitere Ausbau der B29 sehr wahrscheinlich verstärken“. „Und falls tatsächlich der Nordostring um Stuttgart kommt, also die direkte Verbindung von A8/A81 zur B29, geht es auf der B29 richtig ab“ ergänzt Alexander Schlee.

Auf jeden Fall werde nach der Fertigstellung der B29neu viel Schwerverkehr aus Bayern Richtung Westen anstatt der A7/A8 den Weg über die B29 nehmen. Der Weg in Richtung Norden wird dann ab der Röttinger Höhe über Lippach und Röhlingen abgekürzt, sind sich die Westhausener Grünen sicher.

Jutta Kuch, Westhausener Gemeinderätin: „Den frisch gewonnenen 4 spurigen Ausbau bei Baiershofen werden die LKW füllen und die PKW weichen dann wieder auf die Nebenstrecken aus. Bis es aber soweit ist, werden die Anwohner in Baiershofen und Immenhofen mehr Lärm als heute haben, denn der 2-spurige Ausbau in jede Richtung ermöglicht höhere Geschwindigkeiten und Überholmanöver, die auf der einspurigen bisher unmöglich waren“. Die geplante Lärmschutzvariante in Form einer Abraumhalde mit gerade mal 3 m Höhe aber mit 12 m Abstand bringe jedenfalls so gut wie nichts.

Martin Häring, ebenfalls Gemeinderat: „Es ist also abzusehen, dass uns das Stauproblem nach kurzer Zeit und in voller Schärfe wieder einholt, mit noch mehr Lärm, Schleichverkehr, Feinstaub und Stickoxiden als je zuvor. Vor Beginn des B29-Aus- und Neubaus muss deshalb geklärt werden, mit welchen Schutzmaßnahmen Westhausen rechnen kann. Und der planende Landkreis und die Gemeinde sollte ganz Westhausen in einer Bürgerversammlung die Gelegenheit geben, sich über diese Vorhaben zu informieren und
auszutauschen.“ Stefan Schwab will nicht nur kritisieren, sondern auch Lösungen anbieten: „Diese weit über 100 Mio. € für die B29 wären sinnvoller und nachhaltiger in mehr Züge auf der Riesbahn, bessere Anbindung an die Bahnhöfe, mehr ÖPNV und bessere Radwege investiert, damit Westhausen nicht unter die Räder kommt und Alternativen zur Straße entstehen“.

Freie Grüne Westhausen, 10.3.2020 V.i.S.d.P, Peter Kuch

Politischer Aschermittwoch in Westhausen – Rückblick

Klimawende, Mobilitätswende, Wärmewende, Energiewende – das kommende Jahrzehnt stellt unsere Gesellschaft vor großen Herausforderungen. Am prominent besetzten Politischen Aschermittwoch in Westhausen diskutierten Vertreter aus dem Bundestag, Landtag und Kreistag mit dem Publikum (ca. 50 Personen) über mögliche Lösungsansätze sowie Hürden auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft. Durch die Veranstaltung führte Frau Jutta Kuch in gewohnt charmanter und persönlicher Art und Weise. Alle vier Vertreter berichteten dabei aus ihrer Perspektive und gaben Einblick in die parlamentarische Arbeit. Den Anfang dabei machte jedoch Martin Häring, der einen kurzen Rückblick auf die Gemeinderatsarbeit in Westhausen gab.

Margit Stumpp wiederum kümmert sich momentan um die Reduzierung der so genannten „weißen Flecken“ im Mobilfunk. Aus ihrer Sicht muss eine angemessene Mobilfunkabdeckung zur Daseinsvorsorge dazu gehören. Die im Digitalpakt vorgesehene Förderung der Schulen im Bereich Digitale Bildung wird für einen Mehraufwand in Höhe von 25 Milliarden Euro für die Kommunen sorgen. Das aktuell noch existierende Kooperationsverbot im Bereich Bildung zwischen Bund und Land ist dabei ein Hindernis und könnte dazu führen, dass die Kommunen über Gebühr belastet werden. Sie plädiert für ein Kooperationsgebot.

Den eigentlichen Charakter des Politischen Aschermittwochs lebte Dr. Danyal Bayaz in seinem Vortrag. Er nahm die Kandidatensuche der CDU ebenso aufs Korn wie das Verhalten der FDP bei der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen. Den Versuch der AfD, Hass und Hetze in die Gesellschaft zu bringen, verurteilte Herr Bayaz auf das Schärfste. Bei der Bewältigung der Digitalisierung wiederum vertraut Herr Bayaz auf die soziale Marktwirtschaft. Digitalisierung muss im Gegensatz zu China und der USA vom Menschen her gedacht, wertebasierend und nachhaltig sein.

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ bzw. der daraus entstandene Gesetzentwurf ist für Herrn Grath ein Meilenstein in der ökologischen Politik. Die Umsetzung des kommenden Gesetzes ermöglicht bis 2030 ökologische Landwirtschaft. Vorbild für die Bürger*innen muss dabei das Land sein, das in den eigenen Kantinen und Krankenhäusern ökologische Lebensmittel anbietet bzw. verarbeitet. Dennoch kritisiert Herr Grath auch die Doppelmoral vieler Menschen im Land, die zwar aufgeschlossen gegenüber saisonalen, regionalen und ökologischen Lebensmitteln sind, die Kaufentscheidung jedoch immer noch primär nach dem Geldbeutet ausrichten. Herr Grath formuliert es so:
„Zunehmende verbale Aufgeschlossenheit bei gleichbleibender Verhaltensstarre“.

Frau Ceferino von der Teils komplexen und intensiven Arbeit im Kreistag. Sie sieht in den Ausbau der B29 einen rießigen Verbrauch von Fläche und plädiert vielmehr für den Ausbau der Eisenbahn sowie des ÖPNV. Vor allem auf der „letzten Meile“ muss noch viel getan werden, damit der Umstieg gelingen kann.

Im Anschluss stellte das Publikum Fragen an die Vertreter der Parlamente. Nicht immer konnte die erhoffte Antwort gegeben werden. Auch, weil die Machtverhältnisse in den Parlamenten noch auf Seiten derer sind, die dem Klimawandel und dessen Folgen weniger Beachtung schenken.

Frau Jutta Kuch beendete nach intensiven 150 Minuten den Abend und ließ es sich nicht nehmen, sich bei allen Beteiligten mit Lebensmitteln aus der Region zu bedanken.

Putzaktion am Bahnhof von Westhausen

Ein Baustein der Energiewende ist eine Wende der aktuellen Mobilität. Kurz gesagt. Mehr Menschen müssen dauerhaft öffentliche Verkehrsmittel (Bus, Bahn) benutzen. Der Umstieg auf Bus und Bahn ist jedoch abhängig von verbesserten Rahmenbedingungen. Die öffentlichen Verkehrsmittel müssen mit W-Lan ausgestattet sein, in einem verbesserten 30-Minuten-Takt fahren und sauberer sein – Sauberkeit sowohl in den Zügen und Bussen wie auch an den Haltestellen. Die Menschen müssen sich wohl beim Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel fühlen. Leider ist in vielen Dingen noch dringender Handlungsbedarf. Ein Schritt hin zur Mobilitätswende ist am letzten Samstag getan. 2 Unterstützer der FGW reinigten unter Unterstützung von Kindern den Bahnhof in Westhausen vom Müll, der sich über die letzten Monate angesammelt hat.

Politischer Aschermittwoch in Westhausen mit prominenter Besetzung

Am Mittwoch, 26.02.2020 findet zum dritten Mal ein politischer Aschermittwoch in Westhausen statt. Mit dabei sind prominente Vertreter aus dem Bundestag (Danyal Bayaz, Margit Stumpp), Landtag (Martin Grath), Kreistag (Gabriele Ceferino) und Gemeinderat aus Westhausen (Martin Häring, Jutta Kuch). Gemeinsam mit Ihnen wollen wir über verschiedene Themengebiete (Flächenfraß, Erderhitzung, Höfesterben, Artenschutz) kontrovers diskutieren und neue Lösungsansätze entwickeln. Der politische Aschermittwoch findet im Bürgersaal von Westhausen statt. Beginn ist 19:00 Uhr.

Silvestergespräch in Westhausen – Viel Lob für Herrn Knoblauch, wenig neue Erkenntnisse in Sachen Klima- und Umweltschutz

Auf Einladung der CDU Westhausen kamen Herr Knoblauch, Herr Pavel und Herr Kiesewetter in den Bürgersaal von Westhausen. Alle drei Vertreter der Politik nutzten die Einladung um ihre Erfolge, Meinungen und Sichtweisen zu verschiedenen Themenbereichen vorzustellen. Ein echtes Gespräch mit dem Austausch von Argumenten war nur wenig möglich.

Herr Knoblauch berichtete von den verschiedenen Maßnahmen, die im Kalenderjahr 2019 umgesetzt wurde. Schwerpunkte der Maßnahmen waren bauliche Maßnahmen im Bereich der Bildung (Kindergarten St. Martin, Renovierung Propsteischule, Neubau Kinderkrippe, usw.) sowie Investitionen in die Infrastruktur (Breitbandausbau, Westerhofen, Betreutes Wohnen). Für das Jahr 2020 steht die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes sowie der Ausbau der B29 an. Von allen Anwesenden erhielt Herrn Knoblauch Lob und Zuspruch für die geleistete Arbeit und sein Wirken für die Gemeinde Westhausen.

Herr Pavel, noch amtierender Landrat, betonte in seiner Rede die Bedeutung des Ehrenamtes sowie das gegenseitige Kümmern innerhalb der Nachbarschaft. Zukünftige Herausforderungen sind der sich abzeichnende Fachkräftemangel in der Wirtschaft sowie die medizinische Versorgung auf dem Land bzw. in den Kommunen. Auch hier geht Westhausen mit dem neu eingeführten MVZ (Medizinische Versorgungszentrum) richtungsweisende Wege. Herr Pavel erneuerte sein Versprechen, den Lärmschutz beim Ausbau der B29 mit hoher Dringlichkeit zu beachten, was aus unserer Sicht sehr erfreulich ist. Es verwundert jedoch, dass Immenhofen keine Überschreitung der Grenzwerte – laut Berechnung selbst bis 2030 – hat und sogar viel niedrigere Lärmwerte aufweist als z.B. Reichenbach und Westerhofen schon heute. Zum Schluss appellierte Herr Pavel an die Bürger und Bürgerinnen, regionale Produkte zu kaufen sowie Abfall zu vermeiden (Saubere Ostalb). Bemerkenswert war, dass Herr Pawel in Sachen Klima- und Umweltschutz keine Maßnahmen ankündigte, sondern vielmehr anmerkte, dass aus seiner Sicht der Landkreis sowie das Landratsamt keine Möglichkeiten hat, auf die Klimaziele sowie der Umsetzung Einfluss zu nehmen. Auf Nachfrage interessierter Bürger, ob ein Ausbau der B29 überhaupt nötig wäre, wenn eine sich bereits abkühlende Konjunktur sowie steigende Elektromobilität abzeichnet und somit weniger Güterverkehr zu erwarten ist, reagierte Herr Pawel mit der Bemerkung, dass er eine Verringerung des Verkehrsaufkommens nicht erwarten werde.

Zum Abschluss erhielt Herr Kiesewetter die Möglichkeit, seine bundespolitische Sicht vorzustellen. Aus seiner Sicht sind die im Jahr 2020 beginnenden Planungen für den Ausbau der B29 völlig ergebnisoffen. Das Budget von ca. 100.000.000€ ermöglicht es, möglichst viele Belange zu berücksichtigen auch auch innovative und kreative Lösungen mit einzubeziehen. Wie diese konkret aussehen könnte, erläuterte Herr Kiesewetter nicht. Auf den Einwurf, warum man nicht das Investitionsvolumen in den Ausbau der Bahnverbindung investieren würde, um ein attraktives ÖPNV-Angebot (20-30 Minuten-Takt, Fahrradparkplätze, Sauberkeit) zu schaffen, reagierte Herr Kiesewetter mit dem Hinweis, dass dies viel mehr kosten würde als 100.000.000€. Belege für diese Einschätzung konnte er jedoch nicht anbieten. Dies ist umso bemerkenswert, da der Ausbau der B29 ökologische Folgekosten entstehen lassen würde (Bodenversiegelung, Zerstörung von Kulturlandschaft, usw.).

Zusammenfassend muss gesagt werden, dass zwar die Bedeutung einer starken Wirtschaft sowie der Erhalt der Arbeitsplätze vor allem bei Herrn Pavel und Herrn Kieswetter sehr oft betont wurde, jedoch Ausführungen zu Klima- und Naturschutz fast überhaupt nicht vorkamen. Fragen und Anregungen aus dem Publikum zu Alternativen gegenüber dem Individualverkehr (Ausbau ÖPNV) oder der zunehmenden Dringlichkeit zum Handeln, um die Klimaschutzziele 2050 erreichen zu können, wurde mit allgemeinen Floskeln abgetan. Auch Antworten auf die Frage, welche Folgen beim sukzessiven Ausbau der B29 für Westhausen drohen, ist jeder der Akteure während des Silvestergespräches schuldig geblieben.