Gemeinderätin Jutta Kuch mit Familie in Corona-Quarantäne

Seit dem 20.4.20 befindet sich die Gemeinderätin und Krankenschwester Jutta Kuch in häuslicher Quarantäne. Die Freien Grünen Westhausen (FGW) sprachen mit ihr.

FGW: Jutta, zunächst wie geht es Dir und Deiner Familie?

Jutta: Eigentlich ganz gut. Ich selbst bin nicht infiziert und negativ getestet, jedoch meine Tochter Katharina wurde infiziert. Sie pflegt auf der Intensivstation des Ostalbklinikum Patienten mit schwerem Verlauf der Infektion. Mit ihr zusammen wurde uns häusliche Quarantäne verordnet.

FGW: Infiziert heißt?

Jutta: Es haben sich Kopfschmerzen und Übelkeit eingestellt. Nach 2 Tagen war das aber weitestgehend vorbei. Bei vielen Infizierten verläuft das so harmlos. Menschen, die kein gutes Immunsystem haben, sich ungesund ernähren, rauchen oder vorerkrankt sind, geht es da i.d.R. wesentlich schlechter.

FGW: Häusliche Quarantäne – wie erlebt ihr das und wie kommt ihr „über die Runden“?

Jutta: Häuslich heißt nicht, dass wir uns nur im Haus aufhalten dürfen. Wir haben einen kleinen Garten, den wir selbstverständlich nutzen dürfen. Das Grundstück zu verlassen, ist uns untersagt. Versorgt werden wir von Freunden und Bekannten, die sich spontan angeboten haben. Darüber haben wir uns sehr gefreut.

FGW: Was hältst Du von den Maßnahmen, z.b. den Einschränkungen sozialer Kontakte, Veranstaltungsverboten etc.?

Jutta: Ich finde es gut, wie die Politik hier reagiert hat. Sie ist für mich das erste Mal wahrnehmbar, dass den Ratschlägen der Wissenschaft gefolgt wird und gesundheitliche Notwendigkeiten den wirtschaftlichen Konsequenzen vorangestellt wird.

FGW: Wie empfindest Du die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte?

Jutta Kuch: Uns wurde untersagt, Details zu unserer Arbeit in den Kliniken zu veröffentlichen. Es ist aber ja allgemein bekannt, dass wir in Deutschland außer auf Intensiv keine Pflegeschlüssel haben, d.h. Anzahl Pflegekräfte auf Anzahl Patienten. Jetzt mit Corona haben wir Verhältnisse, fast wie in Schweden. D.h. auf eine Schwester kommen max. 6-7 Patienten. Üblich waren bisher 12- 15 und in der Nachtschicht noch viel mehr. Und dazu „dürfen“ wir noch Auszubildende während der Arbeit anleiten. Anstatt Entlastung empfinden das viele als Belastung. Auch werden uns die Auszubildenden in der Zahl der arbeitende „Köpfe“ angerechnet. 

FGW: Zurück zur Corona-Pandemie. Wie siehst Du das global?

Jutta Kuch: Wir haben in den letzten 100 Jahren, insbesondere der letzten 30 Jahre, über unsere Verhältnisse gelebt. Wir nutzen die Erde aus, als ob es an deren Ende im Supermarkt eine zweite gäbe. Viele meinen, sie benötigen im Winter Tomaten und Kiwi, im Sommer muss es der Ballermann oder Hurghada sein und im Winter, egal ob es schneit oder nicht, ist Skifahren angesagt. Viele Kinder übernehmen das als normale Lebensweise und setzen dem noch etwas drauf. Wohin das führt ist leicht vorhersehbar.

FGW: Was schlägst Du vor?

Jutta: Oh je. Ich/wir sind auch keine Heiligen.  Aber vielleicht dazu Folgendes:

1. Leben mit und nicht gegen die Natur:

Ich gehe gerne mal eine Stunde in die Natur. Beobachte auf einer Blumenwiese, wie emsig und im Einklang mit der Natur die Bienen, Käfer und Schmetterlinge da sind. Das ist so entspannend und tut dem Körper und der Seele gut.

2. Gesund ernähren und den Körper stärken:

Eigenes Obst und Gemüse aus dem Garten, für ein giftfreies und saftiges Essen im Sommer und Herbst zu haben, oder für den Winter einzumachen, schätze ich sehr. Wer keinen Garten hat mein Tipp: die Gemeinde hat seit langer Zeit viele Schrebergärten zur Vergabe frei. Und teure Geräte muss auch keiner anschaffen, die kann man sich beim Westhausener Geräteverein weShare ausleihen.

Um dem Körper eine gesunde Balance zu geben, achte ich auf das Kleingedruckte bei den Körperpflegemitteln. Natur steht oft drauf, ist aber nicht immer drin. Auf Wikipedia prüfe ich die Inhaltsstoffe auf ihre Wirkung. Das ist manchmal etwas aufwendig, macht sich aber langfristig bezahlt. Selbst bei der Zahnpasta wurde ich schon negativ fündig. Auch erbgutschädigend und/oder krebserregende Stoffe fand ich schon. Das stresst den Körper und reduziert seine Abwehrkräfte. Der Körper vergisst nichts. Das sehe ich bei meiner täglichen Arbeit in der Klinik.

3. Macht mal Urlaub im Ländle:

Für den Urlaub nutzen wir jetzt noch mehr das Fahrrad. Neu in Westhausen gibt es jetzt einen eBike-Laden. Darauf bin ich gespannt. Wir fahren gerne raus und besuchen Ausflugsziele und Gastwirtschaften im Land.  Manchmal soweit, dass wir nur noch mit dem Zug zurückkommen können, oder nach einer Übernachtung erst am nächsten Tag wieder zuhause sind. Das empfinden wir entspannender, als Stunden im Flieger zu sitzen um dann um einen Liegeplatz am Pool zu kämpfen, oder in Horden durch Städte geführt zu werden.

FGW: Jutta, danke für das Gespräch. Wir von der Freien Grünen Liste, aber sicher auch viele Bürgerinnen und Bürger aus Westhausen und dem Ostalbkreis, danken Dir, Deiner Katharina und Euren KollegInnen für Eure Arbeit an den Patienten, wünschen Euch „Bleibt gesund“ und freuen uns schon, Euch nach der Quarantäne wiederzusehen.

Mundschutz ohne nähen zu müssen? – „Geht nicht!“ – „Geht doch!“

In dem folgenden To-do-Video (siehe Link) wird anschaulich erläutert, wie man aus einem alten T-Shirt einen einfachen aber wirkungsvollen Mundschutz fertigt. Dazu benötigt man nur eine Schere, ein Metermaß und einen Stift. Die Fertigung der Maske dauert nur ca. 5 Minuten. Viel Spaß dabei. Eure FGW. Bleibt gesund.

Vorgezogene Sommer-Ferienaktion

Sei Teil einer weltweiten Bewegung!
Schau, wie sauber die Luft Deines Wohnorts im Vergleich zu anderen auf der Welt ist.

Die Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Kohle und Erdgas heizt über CO² nicht nur unser Klima an, es gelangt daraus auch Feinstaub in der Luft. Des Weiteren entsteht Feinstaub bei der Holzverbrennung und im Straßenverkehr. Hier vor allem durch die Verbrennung von Diesel und durch den Abrieb der Reifen. Auch der Schienenverkehr trägt einen wenn auch kleinen Teil dazu bei.

Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) gibt bekannt, dass die gesundheitliche Belastung durch Feinstaub heute schon als eine der häufigsten Todesursachen nach dem Tod im Straßenverkehr zählt.

Am Future City Lab der Universität Stuttgart ist das „Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur“ angegliedert. Es nennt sich Open Knowledge Lab – Stuttgart, kurz: OK Lab Stuttgart. Dort wurde das Feinstaubmessgerät zunächst für Stuttgart entwickelt. Wir Freie Grüne in Westhausen stellen interessierten Jugendlichen den Bausatz für ein Feinstaubmessgerät kostenlos zur Verfügung. Die Geräte wollen wir anschließend in der Gemeinde Westhausen an sensiblen Stellen aufstellen. Die jugendlichen Erbauer, aber auch interessierte Westhausener können sich melden, wenn sie es bei sich aufgestellt haben möchten. Der Selbstkostenpreis beträgt 45 €.

Anmeldung: Anmeldung und Betreuung:
Peter Kuch, kuch.peter@web.de, +49 152 219 408 76

Luftdaten-Landkarte im Internet zeigt die aktuellen und historischen Werte
Auf der Website https://deutschland.maps.sensor.community/#10/48.8728/10.2145 sind alle Feinstaubmessgeräte zu finden. Vergrößert man die Karte, kann jedes einzelne Messgerät ausgewählt und die Werte der letzten 24 Stunden als auch Werte der Vergangenheit abgerufen werden. Die Farbe der Kacheln symbolisiert die aktuelle Belastung durch Feinstaub. Eine Farbskala zeigt, welche Belastungsstufe in µg/m³ erreicht ist.

Ablauf für das Zusammenbauen:
Eine detaillierte Bauanleitung findet man hier: https://luftdaten.info/feinstaubsensor-bauen/
Vor Baubeginn „treffen“ wir uns online in einem Videochat und erklären die Vorgehensweise. Nachdem noch offenen Fragen geklärt sind, beginnt jeder eigenständig mit dem Zusammenbau.
Probleme und neu aufkommende Fragen klären und beantworten wir in einem zweiten oder dritten Videochat, je nach Bedarf. Vorkenntnisse sind gering. Wer einfache handwerkliche Fähigkeiten wie Kleben, Schneiden oder Zusammenstecken beherrscht, sollte den Zusammenbau erfolgreich meistern können. Kenntnisse, wie es für das Chatten, eMailen oder Internetbrowsen am Smartphone oder am PC erforderlich sind, sollten vorhanden sein. Die volle Funktionsfähigkeit der Feinstaubmessgeräte erreicht man zudem mit einer Verbindung ins Internet. Bei Problemen hilft der Videochat.

Hintergrundwissen zum OK LAB Stuttgart:
Stuttgart ist wie keine andere Stadt vom Automobil geprägt. Dort wurde das erste Auto gebaut. Die negativen Auswirkungen des Autoverkehrs in Form von Staus, Feinstaub, CO²-Emissionen, Platzverbrauch und Lärm zu verringern und den Wandel zu einer nachhaltigen Mobilitätsregion zu fördern, ist zwischenzeitlich gesellschaftlicher Konsens. Aber wie kann ein solcher Wandel in Stuttgart und im ganzen Land angestoßen werden? Wohin könnte er führen? Welche Rolle spielen die Bürgerinnen und Bürger, um einen solchen Wandel aktiv zu gestalten und durch soziale Innovationen zu ermöglichen? Das Future City Lab Stuttgart macht die kulturelle Dimension der nachhaltigen Mobilität zu seinem Thema. Hier arbeiten Wissenschaft, Verwaltung, Unternehmen und die Bürgerschaft gemeinsam daran, eine Mobilitätskultur zu entwickeln, die nicht nur Ressourcen schont, sondern auch Gesundheit und körperliche Bewegung unterstützt, sozialen Austausch fördert und in Stadt und Region neue Lebens- und Aufenthaltsqualitäten schafft. Mit diesem Ziel wird das Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur initiativ und möchte gemeinsam mit engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern Denkanstöße, Visionen und konkrete Projekte eines guten und nachhaltigen mobilen Lebens auf den Weg bringen.

Das Erkennen der Folgen von Automobilität in Form des Feinstaubs gab den Impuls, das Feinstaubmessgerät zu entwickeln. Daraus wurde mittlerweile ein internationales Netz auf Basis von Open-Source Ressourcen.

GEMEINSAM FORSCHEN IM REALLABOR

WIE WIRD DIE STADT ZUM KOOPERATIVEN EXPERIMENTIERRAUM ?

Das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst fördert ein neues Modell für die Kooperation von Wissenschaft und Gesellschaft: Die Forschung in „Reallaboren” macht Stadt und Land zum wissenschaftlichen Experimentierfeld. Hinter dem Begriff „Reallabor“ verbirgt sich ein neues Forschungsformat: Nicht über Menschen und ihr Verhalten soll geforscht werden, sondern gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern gestalten Forscherinnen und Forscher reale Veränderungsprozesse, um praxisrelevantes Wissen und konkrete Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft zu entwickeln. Unser Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur dient als Zukunftslabor und kooperative Plattform. Es bündelt erzeugtes Wissen, macht es zugänglich und diskutierbar: sowohl durch die digitale Vernetzung auf einer Webplattform als auch durch die reale Zusammenarbeit unterschiedlicher Initiativen und Akteure. Wir stellen uns gemeinsam der Frage, wie sich das Bedürfnis und das Recht jedes Einzelnen auf Mobilität so umsetzen ließe, dass auch nachfolgende Generationen eine intakte und lebenswerte Umwelt vorfinden. Dabei geht es nicht nur um Technologien oder Strategien zur Verkehrsoptimierung, sondern vor allem um eine Kultur der Mobilität und Bewegung, die sich an einem erweiterten Wohlstandsbegriff orientiert und neue Lebens- und Aufenthaltsqualitäten in der Stadt und auf dem Land zu schaffen vermag.

Weiterführende Informationen/wissenschaftliche Arbeiten
Weitere interessante Bereiche der Website https://luftdaten.info/ sind:
FAQ – Fragen und Antworten zu vielen Themen, oder der Blog – in dem sich die jungen „Wissenschaftler“ austauschen. https://luftdaten.info/faq/
Im Abschnitt Evaluation geht es dann schon wissenschaftlicher zu. Hier findet man wissenschaftliche Veröffentlichungen bis hin zu Masterstudien. https://luftdaten.info/evaluation/

Der nächste (heiße) Sommer kommt garantiert!

Es ist allzu menschlich, in schwierigen Zeiten sich auf das aktuelle Problem zu konzentrieren und und zuvor drängende Probleme an den Rand zu schieben. Doch egal wie lange es dauern wird, den Corona-Virus „besiegt“ zu haben, so wird auch das Jahr 2020 eines der wärmsten Jahre sein werden. Die damit einhergehenden Folgeerscheinungen wie Dürren, Hitzetote, Wasserknappheit werden auch dieses Jahr die Schlagzeilen beherrschen.

Der britische Klimaforscher Ed Hawkins veröffentlicht seit mehreren Jahre eine ebenso einfache wie anschauliche Grafik zur Erderhitzung. „Warming stripes“ hatte er sie getauft. Hawkins hatte darin die Temperaturwerte der zurückliegenden Jahrzehnte in farbige Striche umgewandelt, jedes Jahr färbte er – je nach Temperaturabweichung vom Durchschnittswert – von dunkelblau (sehr kühl) über hellblau und hellrot bis dunkelrot (sehr heiß). Auf einen Blick und auch für jeden Laien erschließt sich so, dass die Häufigkeit warmer und heißer Jahre zuletzt außergewöhnlich stark zugenommen hat.

Temperaturabweichungen vom Durchschnittwert im Zeitraum von 1978 bis 2018
Quelle: Copernicus – https://cds.climate.copernicus.eu/#!/home

Die Grafik stellt die sogenannten „Warming stripes“ für Westhausen dar. Kaum zu übersehen, dass die vergangenen Jahre deutlich über dem Durchschnittswert liegt. Es liegt an uns, diese Entwicklung zu verlangsamen, wenn nicht aufzuhalten.

Westhausen soll aufblühen

Blühwiesen zeichnen sich durch verschiedene Eigenschaften. Sie bieten Lebensraum für Insekten und Tiere an, bieten optisch eine Abwechslung zu einer Grasfläche an. Zudem ist die Pflege einer Blühwiese überschaubar bzw. mit weniger Aufwand verbunden, als wenn man die Grünfläche 2-3x im Jahr mähen müsste.

Wir von den Freien Grünen Westhausen möchten öffentliche Grünflächen in Blühwiesen umgestalten. Der Kern des Konzepts besteht darin, dass die Gemeinde Westhausen Geräte (Bodenfräse), Blumensamen und Substrat zur Verfügung stellt. Wir stellen die notwendige „Arbeitskraft“ sowie das Wissen zum Anlegen einer Blühwiese.

In Westhausen haben wir 4 Standorte ausgemacht, die aus unserer Sicht ideal für eine Blühwiese wären:

Einfahrt nach Westhausen aus Aalen kommend
Einfahrt nach Reichenbach, von der B29 kommend
Grünfläche am Bahnhof in Westhausen
Einfahrt nach Westhausen vom Freibad kommend

Der erste Kontakt mit der Gemeinde war sehr vielversprechend. Um diese nachhaltige und verantwortungsvolle Aufgabe meistern zu können, brauchen wir weitere Mitstreiter. Haben Sie Interesse mitzumachen? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf! freiegruenewesthausen@web.de

Wir freuen uns auf Sie!

Pressemitteilung – B29 Ausbau neu

In der Augsburger Allgemeinen meldet der CSU Abgeordnete Ulrich Lange, dass das Bundesverkehrsministerium die B29 neu in das neue Investitionsprogramm (IRP) für die Jahre 2019 bis 2023 eingestuft haben soll. Dies sei für Ihn eine klare Finanzierungszusage. Dies beinhalte auch, dass die Planung bis 2023 abgeschlossen sein sollte, um innerhalb von fünf Jahre mit dem Bau beginnenzu können.

Die Freie Grüne Liste im Gemeinderat und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger von Westhausen stehen dieser Entscheidung sehr skeptisch gegenüber. Mit dem Ausbau der B29 soll der tägliche Stau bei Westhausen beseitigt und die B29 insgesamt für den Personen- aber v.a. den Warenverkehr zwischen den Wirtschaftsmetropolen Stuttgart und denen in Bayern verbessert werden. Bereits der bisherige Ausbau der B29 hat für Westhausen starke Verkehrszunahmen bewirkt – besonders beim Schwerverkehr.

Peter Kuch: „Mit Öffnung des Einhorntunnels in GD (Okt.2013) stieg der Schwerverkehr ab 2014 bei Baiershofen um 39,7% und bei Westhausen, Reichenbach und Westerhofen um 28,4% (Quelle: Straßenverkehrszentrale BW). Diesen Trend wird jeder weitere Ausbau der B29 sehr wahrscheinlich verstärken“. „Und falls tatsächlich der Nordostring um Stuttgart kommt, also die direkte Verbindung von A8/A81 zur B29, geht es auf der B29 richtig ab“ ergänzt Alexander Schlee.

Auf jeden Fall werde nach der Fertigstellung der B29neu viel Schwerverkehr aus Bayern Richtung Westen anstatt der A7/A8 den Weg über die B29 nehmen. Der Weg in Richtung Norden wird dann ab der Röttinger Höhe über Lippach und Röhlingen abgekürzt, sind sich die Westhausener Grünen sicher.

Jutta Kuch, Westhausener Gemeinderätin: „Den frisch gewonnenen 4 spurigen Ausbau bei Baiershofen werden die LKW füllen und die PKW weichen dann wieder auf die Nebenstrecken aus. Bis es aber soweit ist, werden die Anwohner in Baiershofen und Immenhofen mehr Lärm als heute haben, denn der 2-spurige Ausbau in jede Richtung ermöglicht höhere Geschwindigkeiten und Überholmanöver, die auf der einspurigen bisher unmöglich waren“. Die geplante Lärmschutzvariante in Form einer Abraumhalde mit gerade mal 3 m Höhe aber mit 12 m Abstand bringe jedenfalls so gut wie nichts.

Martin Häring, ebenfalls Gemeinderat: „Es ist also abzusehen, dass uns das Stauproblem nach kurzer Zeit und in voller Schärfe wieder einholt, mit noch mehr Lärm, Schleichverkehr, Feinstaub und Stickoxiden als je zuvor. Vor Beginn des B29-Aus- und Neubaus muss deshalb geklärt werden, mit welchen Schutzmaßnahmen Westhausen rechnen kann. Und der planende Landkreis und die Gemeinde sollte ganz Westhausen in einer Bürgerversammlung die Gelegenheit geben, sich über diese Vorhaben zu informieren und
auszutauschen.“ Stefan Schwab will nicht nur kritisieren, sondern auch Lösungen anbieten: „Diese weit über 100 Mio. € für die B29 wären sinnvoller und nachhaltiger in mehr Züge auf der Riesbahn, bessere Anbindung an die Bahnhöfe, mehr ÖPNV und bessere Radwege investiert, damit Westhausen nicht unter die Räder kommt und Alternativen zur Straße entstehen“.

Freie Grüne Westhausen, 10.3.2020 V.i.S.d.P, Peter Kuch

Politischer Aschermittwoch in Westhausen – Rückblick

Klimawende, Mobilitätswende, Wärmewende, Energiewende – das kommende Jahrzehnt stellt unsere Gesellschaft vor großen Herausforderungen. Am prominent besetzten Politischen Aschermittwoch in Westhausen diskutierten Vertreter aus dem Bundestag, Landtag und Kreistag mit dem Publikum (ca. 50 Personen) über mögliche Lösungsansätze sowie Hürden auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft. Durch die Veranstaltung führte Frau Jutta Kuch in gewohnt charmanter und persönlicher Art und Weise. Alle vier Vertreter berichteten dabei aus ihrer Perspektive und gaben Einblick in die parlamentarische Arbeit. Den Anfang dabei machte jedoch Martin Häring, der einen kurzen Rückblick auf die Gemeinderatsarbeit in Westhausen gab.

Margit Stumpp wiederum kümmert sich momentan um die Reduzierung der so genannten „weißen Flecken“ im Mobilfunk. Aus ihrer Sicht muss eine angemessene Mobilfunkabdeckung zur Daseinsvorsorge dazu gehören. Die im Digitalpakt vorgesehene Förderung der Schulen im Bereich Digitale Bildung wird für einen Mehraufwand in Höhe von 25 Milliarden Euro für die Kommunen sorgen. Das aktuell noch existierende Kooperationsverbot im Bereich Bildung zwischen Bund und Land ist dabei ein Hindernis und könnte dazu führen, dass die Kommunen über Gebühr belastet werden. Sie plädiert für ein Kooperationsgebot.

Den eigentlichen Charakter des Politischen Aschermittwochs lebte Dr. Danyal Bayaz in seinem Vortrag. Er nahm die Kandidatensuche der CDU ebenso aufs Korn wie das Verhalten der FDP bei der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen. Den Versuch der AfD, Hass und Hetze in die Gesellschaft zu bringen, verurteilte Herr Bayaz auf das Schärfste. Bei der Bewältigung der Digitalisierung wiederum vertraut Herr Bayaz auf die soziale Marktwirtschaft. Digitalisierung muss im Gegensatz zu China und der USA vom Menschen her gedacht, wertebasierend und nachhaltig sein.

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ bzw. der daraus entstandene Gesetzentwurf ist für Herrn Grath ein Meilenstein in der ökologischen Politik. Die Umsetzung des kommenden Gesetzes ermöglicht bis 2030 ökologische Landwirtschaft. Vorbild für die Bürger*innen muss dabei das Land sein, das in den eigenen Kantinen und Krankenhäusern ökologische Lebensmittel anbietet bzw. verarbeitet. Dennoch kritisiert Herr Grath auch die Doppelmoral vieler Menschen im Land, die zwar aufgeschlossen gegenüber saisonalen, regionalen und ökologischen Lebensmitteln sind, die Kaufentscheidung jedoch immer noch primär nach dem Geldbeutet ausrichten. Herr Grath formuliert es so:
„Zunehmende verbale Aufgeschlossenheit bei gleichbleibender Verhaltensstarre“.

Frau Ceferino von der Teils komplexen und intensiven Arbeit im Kreistag. Sie sieht in den Ausbau der B29 einen rießigen Verbrauch von Fläche und plädiert vielmehr für den Ausbau der Eisenbahn sowie des ÖPNV. Vor allem auf der „letzten Meile“ muss noch viel getan werden, damit der Umstieg gelingen kann.

Im Anschluss stellte das Publikum Fragen an die Vertreter der Parlamente. Nicht immer konnte die erhoffte Antwort gegeben werden. Auch, weil die Machtverhältnisse in den Parlamenten noch auf Seiten derer sind, die dem Klimawandel und dessen Folgen weniger Beachtung schenken.

Frau Jutta Kuch beendete nach intensiven 150 Minuten den Abend und ließ es sich nicht nehmen, sich bei allen Beteiligten mit Lebensmitteln aus der Region zu bedanken.